Gewinner und Verlierer des deutschen Sportjahres 2020

Gewinner und Verlierer des deutschen Sportjahres 2020 Rückblick

Aktualisiert vor 3 Stunden von Daniel Popp

Von Manuel Schwarz, dpa

München (dpa) – Das Sportjahr 2020 stand wie so vieles im Zeichen von Corona. Die Pandemie sorgte zunächst für einen weltweiten Lockdown, danach blieben viele Einschränkungen. Wegen oder trotz Corona produzierte das Ausnahmejahr Gewinner und Verlierer. Eine Auswahl:

GEWINNER

Triple-Sieger, Weltfußballer, Welttorhüter: Der FC Bayern München räumte 2020 alles ab. Foto: Julian Finney/Getty Images via UEFA/dpa
FC BAYERN:

Das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions League, dazu die Ehrungen für Robert Lewandowski als Weltfußballer und Manuel Neuer als Welttorhüter: Mehr kann man kaum gewinnen als die Bayern, die als «Weihnachtsmeister» ins neue Jahr gehen.

CHRISTIAN SEIFERT:

Unter der Leitung des DFL-Geschäftsführers kann die Bundesliga mit einem umfangreichen Konzept als erste große Liga weltweit nach Corona loslegen. Ihr Beispiel macht Schule. Seifert punktet als Krisenmanager auch mit gesellschaftlicher Besonnenheit.

NHL-Topscorer, Wertvollster Spieler, Sportler des Jahres: Auch für Eishockeystar Leon Draisaitl war 2020 ein besonderes Jahr. Foto: Tom Weller/dpa-Pool/dpa
LEON DRAISAITL:

Der Kölner Eishockey-Star wird Topscorer in der NHL und zudem zum Wertvollsten Spieler (MVP) gewählt. Diese Kombination gelang noch keinem Deutschen in einer der großen US-Ligen. Als Krönung folgt nun auch die Auszeichnung zum «Sportler des Jahres».

Weltmeister: Karl Geiger flog in Planica zu WM-Gold. Foto: Darko Bandic/AP/dpa
KARL GEIGER:

Mit Platz drei bei der Vierschanzentournee, danach vier Weltcupsiegen, dem zweiten Rang im Gesamtweltcup und nach der langen Corona-Zwangspause im Dezember dem sensationellen WM-Titel im Skifliegen ist Geiger der beste nordische Skisportler.

ALBA BERLIN:

Seit 2010 machten Bamberg und Bayern die Meisterschaft der Basketballer unter sich aus. In dem einmaligen Corona-Turnier just in München aber sind die Berliner nicht zu schlagen und holten sich erstmals nach 2008 wieder verdient den Bundesliga-Titel.

Wechselt als Formel-2-Gesamtsieger in die Motorsport-Königsklasse: Mick Schumacher. Foto: James Gasperotti/ZUMA Wire/dpa
MICK SCHUMACHER:

Die Bürde des Nachnamens trägt der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher immer mit sich herum. Doch davon lässt er sich bislang nicht erdrücken. Nach dem Titelgewinn in der Formel 2 bekommt er einen Startplatz für die Formel 1 im neuen Jahr.

Sorgt in der WNBA im Trikot der Dallas Wings für Furore: Satou Sabally. Foto: Phelan M. Ebenhack/AP/dpa
SATOU SABALLY:

Die Basketballerin wird im Draft, also der jährlichen Talenteziehung, an zweiter Stelle von den Dallas Wings ausgewählt. Das ist deutscher Rekord in einer US-Profiliga. In Zeiten von «Black Lives Matter» setzt sie sich zudem stark gegen Rassismus ein.

JÜRGEN KLOPP:

Der Coach führt den FC Liverpool nach 30 Jahren Warten wieder zur Meisterschaft. Das frühe Aus in der Champions League als Titelverteidiger ist vergessen. Bei der Wahl zum FIFA-Welttrainer setzt er sich dann überraschend gegen Bayerns Hansi Flick durch.

Weltjahresbeste im Weitsprung und Sportlerin des Jahres: Malaika Mihambo. Foto: Tom Weller/dpa-Pool/dpa
MALAIKA MIHAMBO:

Die beste Weitspringerin der Welt war Topfavoritin auf Olympia-Gold in Tokio – der Coup soll nun 2021 nachgeholt werden. Als Weltjahresbeste mit 7,03 Metern wird sie zum zweiten Mal in Serie «Sportlerin des Jahres» und ist karitativ sehr engagiert.

SOPHIA POPOV:

Mit ihrem Sieg bei den British Open schreibt Popov als erste deutsche Gewinnerin eines Majors Golf-Geschichte. Sie sorgt zudem für einen der emotionalsten Sportmomente des Jahres, als sie noch vor dem letzten Putt siegesgewiss in Freudentränen ausbricht.

VERLIERER

Seit Corona ein fast schon gewohntes Bild in Deutschlands Sportarenen: Leere Ränge und Geisterspiele. Foto: Ina Fassbender/AFP-Pool/dpa
FANS:

Nach wochen- und monatelangen Zwangspausen nimmt der Profisport großteils den Betrieb wieder auf. Nur Anhänger müssen in den Stadien und Hallen bis auf kurze Ausnahmen draußen bleiben. Die Stimmung leidet gewaltig – und ein Fan-Comeback ist aktuell nicht absehbar.

AMATEURSPORT:

Die Profis dürfen auch in Pandemiezeiten ihrer Arbeit nachgehen. Im Breitensport aber schlagen die Folgen der Pandemie brutal ein. Vereine kämpfen ums Überleben. Zudem wächst die Sorge vor den Spätfolgen für Kinder und Jugendliche, denen die Bewegung fehlt.

Spielte in seinem letzten Ferrari-Jahr lediglich eine Nebenrolle in der Formel-1-Saison 2020. Foto: Hamad Mohammed/Pool Reuters/AP/dpa
SEBASTIAN VETTEL:

Die Motorsport-Ehe des Formel-1-Stars mit der Scuderia Ferrari wird geschieden. Auch im letzten gemeinsamen Jahr gelingt der ersehnte WM-Erfolg nicht – im Gegenteil! Vettel wird im roten Boliden brutal abgehängt und kommt nur einmal aufs Podium.

Schalke 04 wandelt in der Fußball-Bundesliga auf den Spuren von Tasmania Berlin. Foto: Guido Kirchner/dpa
SCHALKE 04:

Nur zwei Jahre nach der Vize-Meisterschaft liegt Schalke am Boden und geht als Tabellenschlusslicht ins Jahr 2021. In der Verzweiflung wird Alt-Coach Stevens reaktiviert. Der Fleisch-Skandal um Aufsichtsratchef Tönnies kommt dazu; der Manager tritt zurück.

Geht nach einem durchwachsenen Länderspieljahr angeschlagen ins EM-Jahr: Fußball-Bundestrainer Joachim Löw. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
JOACHIM LÖW:

Die Zweifel von Fußball-Deutschland am Bundestrainer werden immer größer. Nach dem 0:6-Debakel in Spanien fordern etliche den Rauswurf des WM-Coaches, Löw selbst äußert sich tagelang nicht. Er darf dann doch bleiben, geht aber sehr geschwächt ins EM-Jahr.

LUCIEN FAVRE:

Der Schweizer wird mit Borussia Dortmund zwar erneut Zweiter in der Bundesliga hinter den Bayern, doch zu überzeugen weiß er im Ruhrpott auch in seinem zweiten Jahr nicht. Nach einer 1:5-Heimblamage gegen Stuttgart muss er im Dezember gehen.

JÜRGEN KLINSMANN:

Auch der 1990er-Weltmeister scheitert als Trainer – und wie! Hertha BSC sollte er an die Spitze führen. Nach zweieinhalb Monaten wirft er hin, brüskiert damit Verein und Investor. Später werden sogar noch beleidigende Notizen über Mitarbeiter öffentlich.

SPORTVERBÄNDE:

Im DFB sorgen eine Steuerrazzia und Berichte über die womöglich gekaufte WM 2006 für Aufsehen. Zudem regt sich Kritik an der Verbandsspitze um Präsident Keller. Im Eisschnelllauf gibt es unter dem neuen Präsidenten Große Wirbel und etliche Personalwechsel.

ALEXANDER ZVEREV:

Der Tennisprofi kommt bei den US Open ins Finale und damit so weit wie nie bei einem Grand Slam. In Erinnerung bleiben andere Momente, vor allem Partys in Corona-Zeiten etwa bei der Adria Tour und Frankreich. Gewaltvorwürfe der Ex-Freundin streitet er ab.

ANTI-DOPING-KAMPF:

Wegen der Beschränkungen in Corona-Zeiten können Kontrolleure nur sehr eingeschränkt arbeiten. Im Strafprozess gegen den Arzt Mark S. kommen keine neuen Täter raus. Und die Halbierung der Sperre gegen Russland durch den CAS schockt auch in Deutschland.

Weltjahresbeste im Weitsprung und Sportlerin des Jahres: Malaika Mihambo. Foto: Tom Weller/dpa-Pool/dpaAktualisiert vor 3 Stunden von Daniel Popp Von Manuel Schwarz, dpa München (dpa) – Das Sportjahr 2020 stand wie so vieles im Zeichen von Corona. Die Pandemie sorgte zunächst für

Daniel Popp

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