Impfen, Baby-TV, E-Rezepte…

Impfen, Baby-TV, E-Rezepte… Das ändert sich im Jahr 2021 bei der Gesundheit

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf gelbem Papier hat bald ausgedient. Künftig soll ein elektronisches Meldeverfahren die Papierform ersetzen. Foto: mpix-foto/AdobeStock

Aktualisiert vor 20 Stunden von Mario Hahn

Regensburg – Zum Jahreswechsel treten auch im Gesundheitssektor viele Änderungen in Kraft. Unter anderem wird die elektronische Patientenakte Wirklichkeit, es gibt mehr Spielraum beim Beginn der Physiotherapie und werdende Eltern müssen auf das sogenannte Babyfernsehen verzichten.

Von Mario Hahn

Baby-TV verboten

3D- und 4D-Ultraschalluntersuchungen werden als „Baby-TV“ bezeichnet und sind ab sofort untersagt, da sie nicht medizinisch notwendig sind. Nur bei Entwicklungsstörungen oder einer Risikoschwangerschaft sind zukünftig 3D- und 4D-Ultraschalluntersuchungen noch erlaubt. Die drei 2D-Ultraschalluntersuchungen in der 10., 20. und 30. Schwangerschaftswoche bleiben natürlich weiterhin erhalten. Sie sind wichtig, damit der Arzt feststellen kann, ob sich das Baby gesund entwickelt. Wünscht sich die Frau weitere Ultraschalluntersuchungen, muss sie die Kosten dafür selbst übernehmen.

Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft, die nicht medizinisch begründet sind, werden zum 1. Januar 2021 verboten.

Foto: Nejron Photo/AdobeStock

Der „gelbe Schein“ wird digitalisiert

Ab 1. Januar wird die Ausfertigung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die Krankenkasse vom Arzt digitalisiert und elektronisch übermittelt. Versicherte müssen dann die Durchschrift des „gelben Scheins“ nicht mehr wie bisher selbst an ihre Krankenkasse schicken.

Wird einfacher: der Wechsel in eine andere Krankenkasse

Ab Januar wird der Wechsel in eine andere gesetzliche Krankenversicherung einfacher: Während der Abschied bisher erst nach einer Mindestvertragslaufzeit (sogenannte Bindungsfrist) von 18 Monaten möglich war, kann der Wechsel mit einer regulären Kündigung ab dem Jahreswechsel bereits nach zwölf Monaten erfolgen.

Neues Jahr, neue Gesetze

Aufwendungen für das Alter steuerlich besser absetzen

Aufwendungen für das Alter können ab dem 1. Januar steuerlich besser abgesetzt werden. Dazu gehören z. B. die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu den berufsständischen Versorgungswerken. Für die Berücksichtigung der Sonderausgaben gilt 2021 ein Höchstbetrag von 25.787 Euro (2020: 24.046 Euro) Davon können maximal 92 Prozent abgesetzt werden.

Pflegepauschbeträge werden ausgeweitet

Wer einen hilfebedürftigen Angehörigen ohne Bezahlung zu Hause pflegt, kann bei der Steuer einen Pflege-Pauschbetrag geltend machen. Der Betrag wird im Steuerjahr 2021 auf 1.800 Euro angehoben.

Elektronische Patientenakte startklar

Gesetzliche Krankenkassen müssen ihren Versicherten ab 1. Januar 2021 eine elektronische Patientenakte anbieten. Der Versicherte entscheidet dann selbst, ob eine solche elektronische Akte überhaupt angelegt wird, welche Daten aufgenommen werden und wer darauf Zugriff haben darf. Befunde oder Therapiemaßnahmen, elektronische Medikationspläne und Arztbriefe oder Impfungen – wenn wichtige Daten im Notfall in einer ePA schnell und auf einen Blick zur Verfügung stehen, kann der behandelnde Arzt zielgerichtet agieren.

Das ändert sich 2021 im Bausektor

Elektronisches Rezept tritt in erste Phase

Auch das E-Rezept steht in den Startlöchern: Mit dem digitalen Rezept wird das gedruckte Formular ab Mitte 2021 zum Auslaufmodell. Behandelnde können dann in einer Einführungsphase ihren Patienten und Patientinnen Rezepte direkt digital ausstellen. Mit Hilfe eines QR-Codes kann das Rezept dann digital per App oder per Ausdruck in der Apotheke eingelöst werden. Ab 2022 ist das E-Rezept bundesweit für gesetzlich Versicherte und apothekenpflichtige Arzneimittel verpflichtend. Versicherte, die kein elektronisches Rezept wünschen, können aber auch weiterhin einen Papierausdruck des E-Rezepts erhalten.

Heilmittelbehandlung bis zu 28 Tage nach Verordnung

Bisher mussten Therapien wie Krankengymnastik, Logopädie, Physio-, Ergo- oder Ernährungstherapie oder Podologische Therapie innerhalb von 14 Tagen nach Verordnungsdatum begonnen werden. Ab 1. Januar 2021 haben Patienten dafür mehr Zeit, nämlich 28 Tage. Das soll die Praxen bei der Terminvergabe entlasten. Ist ein Behandlungsbeginn dringend notwendig, kann der Arzt aber dennoch den Beginn der Therapie innerhalb von 14 Tagen festlegen. Die Höchstmenge der Behandlungen ist dabei zukünftig nur noch ein Orientierungswert. Hält der Arzt weitere Einheiten für notwendig, muss zukünftig keine Vorab-Genehmigung der Krankenkasse mehr erfolgen.

Strikteres Verbot von Tabakwerbung

Ab dem 1. Januar 2021 ist Tabakwerbung vor Kinofilmen mit Jugendfreigabe nicht mehr erlaubt. Auch kostenlose Gratisproben von Zigaretten, Tabak zum Selbstdrehen und Wasserpfeifentabak an Verbraucher im Rahmen von Veranstaltungen oder Gewinnspielen sind zukünftig untersagt. Weiterhin gelten ab dem neuem Jahr dieselben strengen Regelungen für nikotinfreie E-Zigaretten und Nachfüllbehälter wie für Nikotin und nikotinhaltige Liquide.

Foto: Stockfotos-MG/AdobeStock

Nachweis der Masern-Impfung für alle Kita- und Schulkinder

Bis zum 31. Juli 2021 müssen Eltern, deren Nachwuchs bereits vor dem 1. März 2020 eine Schule besucht hat oder in einer Kita betreut wurde, spätestens nachweisen, dass sie gegen Masern geimpft sind. Die Frist gilt auch für das Personal solcher Einrichtungen. Bei nicht geimpften Kindern oder Mitarbeitern kann ein Bußgeld in Höhe von bis zu 2.500 Euro verhängt werden.

Gesundheitssektor bietet beste Chancen für Berufseinsteiger und Umsteiger

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf gelbem Papier hat bald ausgedient. Künftig soll ein elektronisches Meldeverfahren die Papierform ersetzen.
Foto: mpix-foto/AdobeStockAktualisiert vor 20 Stunden von Mario Hahn Regensburg – Zum Jahreswechsel treten auch im Gesundheitssektor viele Änderungen in Kraft. Unter anderem wird die elektronische Patientenakte Wirklichkeit, es gibt mehr Spielraum

Mario Hahn

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